Was wir fordern

Mehr Personal im Krankenhaus

Neue Studien haben Deutschland mit anderen europäischen Ländern verglichen: In deutschen Krankenhäusern fehlen mindestens 100.000 Pflegekräfte (http://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_WP_027_2017.pdf). In den USA kommen durchschnittlich 5,3 Patienten auf eine Pflegefachkraft, in den Niederlanden 7, in Schweden 7,7 und in der Schweiz 7,9. In Deutschland müssen sich Krankenschwestern dagegen im Schnitt um 13 Patienten kümmern. Laut ver.di fehlen in allen Berufsgruppen bundesweit 162.000 Vollzeitstellen. Das sind 4.200 für Hamburg.

Gesetzliche Vorgaben für Personalausstattung

Der Gesetzgeber muss den Arbeitgebern verbindlich vorschreiben, wie viel Personal sie einsetzen müssen, natürlich differenziert nach Art der Station und Schwere der zu behandelnden Fälle. Es reicht nicht, das den Selbstverwaltungspartnern zu überlassen.

Die bereits beschlossene Aufstockung des Personals reicht nicht

Die von der Bundesregierung im April beschlossene Einführung von Pflegepersonaluntergrenzen in Krankenhausbereichen, „in denen dies aus Gründen der Patientensicherheit besonders notwendig ist“, halten wir für unzureichend. Erstens weil sie von den Krankenhäusern und Krankenkassen selbst ausgehandelt werden sollen, zweitens weil ihnen dafür mehr als ein Jahr Zeit gelassen wird, drittens weil viel zu wenig Geld dafür vorgesehen ist.

Die Pflegeberufe müssen wesentlich attraktiver gemacht werden

Zur Attraktivität eines Berufsstands gehört vor allem eine angemessene Bezahlung, aber auch eine umfassende und qualifizierte Ausbildung, ein gutes Image in der Bevölkerung und eine wirksame Vertretung in der Öffentlichkeit. Alle vier Aspekte sind für die Pflege wie auch für viele andere nichtärztliche Gesundheitsberufe stark verbesserungsbedürftig. Vor allem die Ausbildungsgänge müssen schnellstens attraktiver gemacht werden, um dem jetzt schon enormen, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch stark zunehmenden Mangel entgegenzuwirken.

Die Ausrichtung der Gesundheitsversorgung am Profit ist umzukehren.

Wir brauchen eine am Menschen und nicht an Gewinn und Rendite orientierte Versorgung. Das gilt für alle Bereiche des Gesundheitswesens, vor allem für Krankenhäuser und die ambulante medizinische Versorgung, aber auch für Pflege, Rehabilitation und Prävention. Umgekehrt werden müssen vor allem die Orientierung an lukrativen Fallpauschalen sowie die Privatisierung der Versorgungseinrichtungen mit Abfluss der Versichertengelder an Aktionäre.