Für eine bedarfsgerechte Personalbemessung!

Am 25. November wurde im Gesundheitsausschuss des Bundestages auf Antrag der Fraktion Die LINKE über die Einführung einer Pflegepersonalregelung diskutiert. Diese sogenannte PPR 2.0 war zuvor von ver.di, dem Deutschen Pflegerat und der Deutschen Krankenhausgesellschaft entwickelt worden. Im Vorfeld der Debatte warben die Betriebs- und Personalräte von fast 60 deutschen Kliniken für die Einführung des Personalbemessungsinstruments PPR 2.0, und auch der Städtetag meldete sich zu Wort. In der Berliner Zeitung findet sich ein Bericht dazu.

 

Insgesamt gingen beim Gesundheitsausschuss über 70 Stellungnahmen aus der ganzen Republik ein. Auch wir haben eine verfasst, die wir hier dokumentieren.

 

"Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir, das Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus, unterstützen die Beschäftigten der Kliniken, Pflegeheime und ambulante Pflegedienste in ihren Bestrebungen nach realen Verbesserungen der gegenwärtigen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit. Wir sprechen uns für die Einführung der PPR 2.0 aus, da wir diese als ersten Schritt hin zu einer bedarfsgerechten Personalbemessung sehen.

 

Von Pfleger*innen hören wir immer wieder Berichte über die gefährlichen Folgen der Personalnot. Patient*innen werden falsch behandelt, weil sie in der Eile verwechselt werden; sie sind unterernährt, weil keine Zeit ist, die Mahlzeiten anzureichen; Körperpflege unterbleibt, weil sie keine Priorität hat; große und komplexe Wunden können nicht angemessen behandelt werden, weil die Zeit fehlt; bei psychischen Krisen gibt es keine Zeit für die notwendigen Gespräche; Patient*innen liegen stundenlang in ihren Ausscheidungen, weil keine Hilfe kommt, denn es ist niemand da ...

 

Der seit Jahren bekannte und herrschende Pflegenotstand in der gesamten Bundesrepublik kann nur dann überwunden werden, wenn eine verantwortungsvolle Investition in die Maßnahmen zur Änderung der Rahmenbedingungen getätigt wird.

 

Wir vom Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus fordern, dass sich unsere Vertreter*innen in ihren jeweiligen politischen Ämtern der Verantwortung stellen! Sie müssen jetzt handeln! Die katastrophalen Rahmenbedingungen für alle Beschäftigten in der Pflege, aber auch für alle weiteren Berufsgruppen wie Reinigungskräfte, Ärzt*innen, Physiotherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen und Hebammen müssen enorm verbessert werden.

 

Wir sind davon überzeugt, dass eine bedarfsgerechte Personalbemessung durch die PPR 2.0 hier ansetzt und damit ein erster Schritt zur Verbesserung der Rahmenbedingungen sein wird.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus"