Profite pflegen keine Menschen!

21. September 2017  |  Wir haben demonstriert:

Hamburger Krankenhäuser haben ein Problem. Wir alle haben ein Problem. Wir erinnern die Geschichte der Privatisierung der ehemaligen Landeskrankenhäuser – gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung. Wir haben dagegen gestimmt, weil wir befürchten mussten, dass sich unsere medizinische Versorgung verschlechtert, wenn mit Gesundheit Profit gemacht wird. Aus Gründen. Denn mit der Einführung der Fallpauschalen kann erstmals im Krankenhaus Gewinn gemacht werden – wenn dabei am Personal gespart wird. Und genau das ist passiert. Nach Berechnungen von Pflegewissenschaftlern fehlen bundesweit 100.000 Pflegefachkräfte für eine gute Versorgung. Der Mangel ist spürbar. Pflegekräfte können nicht mehr, Patientinnen sind im Krankenhaus gefährdet.

Daher unterstützen wir die Arbeitskämpfe der Pflegenden für mehr Personal und verlangen von der Politik gesetzliche Vorgaben für eine Mindestausstattung mit Personal. Der Hamburger Senat könnte dies jederzeit im Landeskrankenhausplan festschreiben.

Viel zu wenig sind die windelweichen Vorschläge der Gröhe-Kommission. Zumal dort die Vorgaben von den Krankenhausbetreibern und Krankenkassen ausgearbeitet werden sollen. Das heißt die Böcke zu Gärtnern zu machen.
Es wird Zeit, für unsere Forderungen Druck zu machen.

Wir gehen vor der Bundestagswahl auf die Straße, bundesweit, in vielen Städten. Packen wir es an!

Hier zum Download als pdf:  Unser Flyer zur Demo  |  Unser Plakat zur Demo

Medienberichte über die Aktionen im September:
Aktion Händedesinfektion 12.9., Hamburger Abendblatt

Unser Auftakt zu einem heißen September

4. Septemer 2017  |  Gestern besuchten wir mehrere Stationen der Asklepios Klinik Altona, um die Forderungen der Pflegekräfte nach einer angemessenen Personalausstattung und die im September geplanten Aktionen der Gewerkschaft ver.di zu unterstützen.

Wenn Pflegekräfte sich vor jedem Patientenkontakt die Hände so desinfizieren, wie es vorgeschrieben ist, brauchen sie dafür pro Schicht ca. zwei Stunden. Zeit, die meist fehlt, weil zu wenig Pflegekräfte zu viele Patienten versorgen müssen. An einem Aktionstag im September werden sich Pflegekräfte die Zeit dafür nehmen. Die Krankenhausleitungen sind aufgefordert, ausreichend Personal vorzuhalten, damit diese wichtige Maßnahme zur Vermeidung von Infektionen einmal nach Vorschrift möglich wird. Damit machen sie deutlich: Der herrschende Personalmangel gefährdet täglich Patienten. Für eine sichere Patientenversorgung braucht es ausreichend Personal.

Die Pflegekräfte in der AK Altona freuten sich über die kleinen Faltkarten zur Unterstützung der Forderungen, über Blumen und bündnisspezifische Schokoladentäfelchen.

Die Pflegekraft Anna K. erklärte spontan:

„Es ist wichtig, dass Patientenvertreter uns unterstützen. Unser Arbeitgeber will uns immer weismachen, wir würden mit unseren Aktionen Patienten schädigen. Obwohl wir doch für das Gegenteil kämpfen. Viele von uns ertragen es einfach nicht mehr, dass wir unsere Patienten so oft vernachlässigen müssen und keine gute Pflege mehr möglich ist. Da macht es Mut, zu sehen, dass gerade Vertreter der Patienten und Bürger es so sehen wie wir.“

Wir planen weitere Aktionen, z.B. eine Demonstration am 21. September in Hamburg, gleichzeitig mit ähnlichen Aktionen an anderen Orten.

Zum Download:
Unsere Faltkärtchen (pdf):  Version für Patienten  |  Version für Personal
Fotos in hoher Auflösung:  Die Bündnisgruppe  |  Blumenübergabe

Ich will dabei sein...

100.000 Pflegekräfte fehlen in Deutschland

18. Mai 2017  |  Bei einer Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages wurden die Ergebnisse der Gröhe-Kommission zur Einführung einer Personalbemessung diskutiert. Der Pflegewissenschaftler Michael Simon aus Hannover führte in seiner schriftlichen Stellungnahme aus, dass der Pflegenotstand schon seit mehr als 20 Jahren bekannt ist und seither massiv zugenommen hat. Hier das Originaldokument.

Wir haben den "Tag des Pflegenotstands" gefeiert

12. Mai 2017  |  Zum Feiern war uns eigentlich nicht zumute, denn Patientinnen wie Pflegende leiden darunter, dass in Deutschlands Krankenhäusern 100.000 Pflegekräfte fehlen und die Kraft und Zeit der Schwestern und Pfleger oft nur für das Lebensnotwendigste reicht (und manchmal nicht einmal für das). Trotzdem haben wir eine mächtige erste Aktion gestemmt, eine eineinhalbstündige öffentliche Kundgebung vor dem Bahnhof Altona mit Beiträgen von Pflegenden, mehreren Patientinnen, der Gewerkschaft ver.di, der Verbraucherzentrale und einer extra für diesen Anlass gegründeten Musikgruppe namens Nursequake.

Patientenerfahrungen

Und hier die beiden prägnanten wahren Geschichten, die Patientinnen in Hamburger Krankenhäusern erlebten und bei der Kundgebung vortrugen:

Medienberichte

Hier die Links zu den uns bekannten Berichten aus Presse, Funk und Fernsehen zum von uns so genannten "Tag des Pflegenotstands" (wird laufend ergänzt). Darunter die Originalbeiträge (geht nicht mit jedem Browser, nur mit Firefox getestet; ggf. downloaden und lokal abspielen):

Bundesrat soll schnelle Mindestpersonalregelung fordern

2. März 2017  |  Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Kramp-Karrenbauer, fordert den Bundesrat auf, bis Herbst per Gesetz eine MIndestpersonalausstattug der Krankenhäuser auf den Weg zu bringen. In ihrer Rede vor dem Bundesrat beruft sie sich dabei ausdrücklich auf ein breites Bündnis von Landesregierung, Pflegenden und ver.di.